Frauen in Bayern wollen mehr: Einflussreich statt mittellos!

Veröffentlicht am 08.03.2013 in Arbeitsgemeinschaften

Katja Reitmaier: Wir zeigen Lohn-Diskriminierung die Zähne!

Zum diesjährigen Internationalen Frauentag erklärt Katja Reitmaier, Vorstandsmitglied der ASF Bayern und Vorsitzende der ASF im UB Passau (Stadt und Landkreis Passau):
„Der Frauentag ist so aktuell wie vor 102 Jahren. Immer war er ein Tag, an dem für gleiche und bessere Arbeitsbedingungen von Frauen und für soziale und politische Gerechtigkeit gestritten wurde. Viele der über 100-jährigen Forderungen aus der Zeit von August Bebel und Clara Zetkin sind inzwischen erfüllt. Von dem Leitbild einer partnerschaftlichen Gesellschaft von Frauen und Männern sind wir aber noch weit entfernt und etliche Forderungen sind so aktuell wie damals.

Geringe Löhne, mickrige Renten, keine Aufstiegschancen, tradiertes Rollenverhalten, patriarchale Strukturen - auch das ist Bayern für Frauen! Das muss nicht sein, denn Frauen sind bestens ausgebildet und sowohl die Mehrzahl der Frauen als auch der Männer in Bayern wollen eine gleichberechtige Gesellschaft. Die Politik ist an der Reihe, nun endlich dafür zu sorgen dass die Gleichberechtigung in Bayern auch tatsächlich vorankommt. Die CSU hat in den letzten Jahrzehnten versagt!
Frauen haben noch immer viel seltener Arbeitsverhältnisse von deren Einkommen sie unabhängig leben können. Dies wirkt sich auch ganz deutlich auf die Renten aus, die gerade mal die Hälfte der der Männer betragen. Armut in Bayern ist oft weiblich.
Die geschlechterspezifische Aufteilung der Berufe ist in Bayern besonders deutlich, wie Zahlen aus dem aktuellen Gleichstellungsatlas zeigen: z.B.
• ist Bayern beim Frauenanteil an den abgelegten Abschlussprüfungen der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften (18%) im Bundesvergleich letzter.
• Auch wollen in Bayern die wenigsten Männer Grundschullehrer werden. Der Anteil liegt bei gerade mal 5%.
Zum einen müssen die Berufe für beide Geschlechter attraktiver gestaltet werden, zum anderem benötigen wir aber auch dringend eine finanzielle Aufwertung der sogenannten typischen Frauenberufe. Die Lohnunterschiede von Frauen und Männern, die in Bayern mit 26% am zweithöchsten sind, müssen verringert werden.
Eine ausgewogene Mitwirkung von Frauen und Männern an Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen des politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens ist unerlässlich. Anzustreben ist eine paritätische, das bedeutet eine 50% Beteiligung von Frauen. Bayern ist hiervon weit entfernt!
• Der Anteil an Ministerinnen und Staatssekretärinnen beträgt um die 22% und liegt somit unter der von der EU oft erwähnten Mindestmarke von 30%.
• Bei den gewählten berufsmäßigen ersten BürgermeisterInnen liegt der Frauenanteil in Bayern bei gerademal 5,4%.
Die ASF-Bayern möchte, dass Frauen und Männer tatsächlich gleichberechtigt am Leben teilhaben können. Hierfür bedarf es unserer Meinung nach in Bayern unter anderem Folgendes:
• Pflicht zur paritätischen Listenaufstelllung im Kommunalwahlgesetz.
• Im Vergabegesetz muss geregelt werden, dass der Freistaat Bayern und die Kommunen nur noch Aufträge an jene Unternehmen vergeben, die geschlechtergerechte Arbeitsbedingungen garantieren.
• Deutliche Verbesserungen im Ausbau der Kinderbetreuung sowohl in Bezug auf die Menge als auch auf die Qualität.
• Verringerung der täglichen Regelarbeitszeit um Männern und Frauen die gleiche Teilhabe in allen Bereichen des Lebens zu ermöglichen.
Die Maßnahmen zur Vermeidung von Armut können unserem aktuellen Flyer „Armutsfallen für Frauen" entnommen werden.“

 

WebSozis

Soziserver - Webhosting von Sozis für Sozis WebSozis